The End Is Important In All Things – Momente

Der Moment, wenn man sich freimacht.
Wenn man seine Hüllen fallen lässt.
Wenn man sich seines Körpers bewusst ist.
Alles.
Unangenehm.
Peinlich.
Nackt sein.
Und immer noch mehr entblößt werden.
Durch Blicke.
Und dann erkennen, dass es gut ist.
Dass es natürlich ist.
Das Tier in sich finden.
Selbstvertrauen gewinnen.
Seinen Körper ausprobieren.
Offen sein.
Stolz sein.

Der Moment, wenn man sich nicht traut.
Wenn man dann alles scheiße findet.
Wenn man sich selbst hasst.
Weil man nicht loslassen kann.
Weil man es nicht zulässt.
Und dann packt es einen doch.
Musik schafft das.
Das Leben schafft das.
Man nimmt es in sich auf.
Und lässt alles raus.
Man lässt einfach los.
Man schüttelt alles ab.
Man ist eins mit der Musik.
Mit dem Leben.
Mit seinem Körper.
Mit der Welt.
Alle anderen sind einfach da.
Sind einfach da.
Man nimmt sie wahr.
Sie sind Teil von diesem Moment.
In einem.

Lena

Rückblick auf Rampenlichter 2017

Nach einer Woche voll mit unerhörten Stücken, spannenden Momenten, interessanten Workshops und tollen Abenden geht Rampenlichter 2017 nun zu Ende.
Es wurde geschauspielert, getanzt, ausprobiert, fotografiert und dies werde ich nun in einem kleinen Rückblick festhalten.
Das Besondere beim Tanz- und Theaterfestival Rampenlichter ist, dass verschiedene Künstler zusammen gebracht werden, um ihren gegenseitigen Austausch anzuregen.
Es gibt beispielsweise individuelle Workshops, bei denen sich verschiedene Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Stücken finden und gemeinsam in diesen aufblühen. Es ist spannend zu beobachten, mit wie viel Leidenschaft und Motivation sie miteinander arbeiten.
Jeden Abend stehen verschiedene von ihnen auf der Bühne und geben ihr Bestes, um ihr Tanzen und Theaterspielen dem Publikum zu offenbaren.
Man spürt selbst nach jeder Aufführung die Zufriedenheit der Künstler, wenn sie mit einem erleichterten, glücklichen Lächeln im Gesicht sich verbeugen und ihren Applaus genießen!
Rampenlichter 2017 hat auch dieses Jahr, hier im Theater schwere reiter, vielen Kindern und Jugendlichen ermöglicht sich auf der Bühne frei auszudrücken und mit ihrem Können das Publikum zu begeistern.
Sophie

Der Festivalplatz – ein Reim von Sophie

Kinder und Jugendliche die laut lachen
und auch alles gemeinsam machen befinden sich hier auf diesem Platz und machen zusammen viel Rabatz ob groß ob klein
spielen Sie hier nie allein
Fußball, Tanz oder Limbo
So geht niemand hier so schnell k.o.
und wenn dann gibt’s nen DoppelKeks
Dann sind alle wieder unterwegs
Denn im Cateringzelt wie soll es anders sein
 treten immer gerne alle ein
unter diesem schönen Himmel
gibt es eben viel Gewimmel
 hier bei uns bei Rampenlichter
 sieht man jedes Jahr verschiedenste Gesichter

Story Lab 1986/2016 – aus Sicht einer Zuschauerin

 

Als Tomek auf Englisch ins Publikum fragt, wogegen wir rebellierten, was wir hassten, will ich sagen „die Arbeitsorganisation“ oder „Gesellschaftliche Pflichten“, eigentlich auch das, was die Schauspieler*innen auf der Bühne gerufen haben, in ihrer Rolle im Jahr 1986. Das Stück fasziniert mich. Mir fällt auf, dass die Jugendlichen damals und heute ähnliche Probleme, ähnliche Wünsche und Ängste haben. In einigem gibt es auch absurde Gegensätze, über die ich schmunzeln muss. Es gibt immer etwas, über das sie sich beschweren. Doch die Art der Rebellio n ist meistens anders. Und natürlic h das System. 1986 herrschte in Pole n Kommunismus, 2016 Demokratie. Nach dem Stück setze ich mich draußen in die Sonne, beobachte die Leute auf dem schönen Rampenlichter-Gelände und überlege, was wohl die Botschaft des Stücks ist und was es für die Schauspieler*innen selbst bedeutet.

Später sehe ich einen Teil der Gruppe in der Nähe des Essenszelts. Ich gehe zu ihnen und frage sie danach. „Oh, das ist schwierig“, antwortet ein Mädchen auf Englisch. Ich muss lachen. Schließlich antwortet mir ein Junge. Er meint, das Stück hätte keine richtige Botschaft. Es ging ihnen darum, sich mit der Vergangenheit ihres Landes und der Generation ihrer Eltern auseinander zu setzen und einen Vergleich zu den heutigen Verhältnissen herzustellen. Ich frage, ob die Beschäftigung mit der Vergangenheit seine Einstellung über die Gegenwart geändert hat. Er verneint. Natürlich sehe er, dass es den Leuten damals nicht so gut ging wie heute und er schätz die heutigen Verhältnisse. Interessanter sei aber der Austausch mit der älteren Generation gewesen, ihre Geschichten zu hören und ihre Sichtweise. Und auch die ältere Generation war an der Sichtweise der heutigen Jugendlichen interessiert. Und im Mittelpunkt stand dann die Inszenierung. Sie hatten das eigentlich nur so für sich gemacht, dann aber gesehen, wie gut das Stück ankam. Heute war bereits die zehnte Aufführung.

Seine Frage, ob das Stück gut auf Deutschland übertragbar sei, beantworte ich lachend mit Ja. Ich habe vieles wiederentdeckt. Das ist auch interessant zu sehen, dass die Generationen international sehr ähnliche Ansichten haben. Die Gruppe aus Polen und ich stimmen darüber überein, dass es eine große Chance ist, dass sie als internationale Gruppe zum Rampenlichter Festival eingelade n wurden. Der entstehende interkulturelle, intergenerationale und künstlerische Austausch ist sehr spannend und wichtig.

Lena

Die Spannung steigt!

Die Spannung steigt!

Aus der Sicht einer auftretenden Künstlerin bei Rampenlichter.

Schminke, Haare, Konzentration, Pinsel, Puder, Spiegelbild, Aufregung, Wattepads, Glätteisen, Text und Abfolgen durchgehen, Puderquasten, Vorbereitung, Doppelkekse, Haarspray, in die Rolle schlüpfen, Druck, Angst, Kostüm, Wasser, Weg zur Bühne, bei sich sein, Bühnentür, Treppe, Nervosität, Zuschauer, Lärm, Dunkelheit, Atem, Herzschlag, Tanzboden, Ruhe, Stille, Spannung, Freude, Scheinwerfer, Klarheit, Leidenschaft, Gefühle, Schweiß, Applaus, Zufriedenheit

Sophie

Rampenlichter-Bloggerin Sophie zum Workshop „Secret Dance“ von Alessandro Pintus

Was bewegt uns? Ist es der Wind der manchmal ein paar kleine Bewegungen in uns auslöst, ein süßer Duft, der den Körper mit der Nase voran anlockt, oder bewegen wir uns doch eher weil wir unsere Gefühle mit dem Körper anderen zeigen möchten?

Was passiert, wenn wir diese Kontrolle über uns selbst jemanden anderes überlassen? Geht das überhaupt?

Alessandro Pintus versucht mit diesem Workshop das Gefühl zu übermitteln, dass es wichtig ist, sich selbst auszuprobieren, um vom geradlinigem Denken, was der Körper nun kann und was nicht, wegzukommen.

Der Workshop war eine große Bereicherung für mich selbst, da das spielerische Erforschen von neuen Tanzweisen und Bewegungen, die man so sonst nicht unbedingt austestet, mal etwas ganz Neues war.

Wenn beispielsweise Arme, Beine, Kopf, sowie die Wirbelsäule sich in einer jeweils anderen tänzerischen Qualität bewegen, ist es gar nicht so einfach die Unterschiedlichkeit für andere sichtbar zu machen.

Mit diesem Workshop schafft es Alessandro, dass die Tänzer ihre Augen für Neues und Ungewohntes öffnen.

Sophie

Bühnenstürmer zu 10-jährigem Jubiläum

Liebe Rampenlichter,

da wir schon von Anfang an dabei sind, dachten wir uns zum zehnjährigen (!!!) Jubiläum, lassen wir euch wissen, wie viel es uns bedeutet, ein Teil von diesem wundervollen Festival zu sein.

Rampenlichter ist für uns ein Ort der Freiheit und Geborgenheit. So einen Ort zu haben, während sich beim „Erwachsenwerden“ alles um sich herum verändert, ist Gold wert und gibt einem die Sicherheit, die man im Alltag oft nicht hat. Auf dem Schwere-Reiter-Gelände haben wir schon viele Abenteuer zusammen erlebt und während dem Festival ist auch immer etwas los. Ob Tanzen, Musik machen oder einfach nur zusammen sein und quatschen, man findet immer neue Menschen, mit denen man zusammen Spaß haben kann.

Die Offenheit der Menschen, die bei Rampenlichter teilnehmen und mitarbeiten, ist wirklich etwas Besonderes. Egal woher man kommt, bei Rampenlichter findet man seinen Platz. Es ist für uns ein Ort, an dem unsere Gefühle und Besonderheiten nicht als Schwächen, sondern als essenzieller Teil unserer Persönlichkeiten geschätzt werden. Nach all den Jahren ist das Festival ein fester Bestandteil unseres Sommers und wir freuen uns das ganze Jahr darauf.

Jedes Jahr ist es dann wieder etwas ganz Einmaliges und fühlt sich an wie nach Hause kommen.

Wir sind euch sehr dankbar, dass ihr es uns möglich macht, in so einem tollen Umfeld aufzuwachsen und positive Erfahrungen zu machen. Danke.

Wir freuen uns jetzt schon wieder sehr auf Rampenlichter und werden helfen wo wir können.

Wir schicken euch ganz viel Liebe und positive Energie.

 

Eure Sophie, Lisanna, Anna

Bühnenstürmer