Rampenlichter 2019 – Bloggerin Sophie über „Stimmen bei Rampenlichter“?

Was mich persönlich an den Stücken auf der Bühne reizt, begeistert und immer wieder fasziniert, ist die Flüchtigkeit der Materie, also wie die Gegenwart im Handumdrehen zur Vergangenheit wird. Und wie schnell, das was auf der Bühne passiert, „weg“ ist.

Die Wahrnehmung jedes Einzelnen ist unterschiedlich und genau das macht es so aufregend. Ob als auftretender Künstler, als Leiter einer Gruppe, als Zuschauer oder als Workshopteilnehmer – es entstehen so viele unterschiedliche Eindrücke und Aussagen die mich und vielleicht auch andere, inspirieren.

Letzte Woche hat mir beispielsweise eine Teilnehmerin einen kleinen Einblick gegeben. Für sie ist es spannend neue Erfahrungen als Gruppe zu sammeln. Man schweißt bei einem künstlerischen Prozess zusammen wie eine kleine Familie. So eine Woche gemeinsam eine Leidenschaft zu zelebrieren, ist unglaublich schön. Für viele Leute ist es unvorstellbar, in einer großen Gruppe lange auf einem Haufen zu sein. Doch weil sie ja schon im Probenprozess so eng und intim miteinander arbeiteten, sei das nie ein Thema gewesen. „Schweiß und Nerven verbinden!“  -Teilnehmerin-.

Der Umgang unter den Leuten ist harmonisch und offen, und eigentlich geht es auch nie darum, auf Perfektion zu arbeiten, sondern um den Spaß und die Leidenschaft zu teilen. Das merkt man vor allem in den Erarbeitungsprozessen der Workshops. „Es ist schon seltsam wenn man sich mit fremden Leuten im Workshop befindet. Doch sobald ein sehr naher Körperkontakt, wie beispielsweise beim Tanzen aufgebaut wird, ist man sich nicht mehr fremd. Es ist etwas Besonderes, das man im Alltag so nicht hat und die vielleicht anfängliche Hemmschwelle schnell wieder verliert. “-Tänzerin-.

Wenn nach den Aufführungen die Künstler dem Publikum Fragen stellen können und andersherum, bemerkt man die Euphorie der Teilnehmenden. Sobald die erste Frage gestellt wurde, fällt auch dort die Hemmschwelle.

„Das Künstlergespräch! Wie schön ist es bitte, wenn man so nah mit Leuten auf der Bühne agieren kann? Am Anfang habe ich das Stück ganz anders verstanden. Aber ich habe, was ja nicht wirklich schlimm ist, auch viele Szenen anders interpretiert. Erst im Nachhinein hat sich für mich vieles geklärt. Das Hintergrundwissen das ich während dem Gespräch bekam, hat mich wirklich begeistert“ – Zauschauer-

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Theater Freiburg/School of live and Dance beim Publikumsgespräch

Bei Rampenlichter gibt es unterschiedliche Gelegenheiten die eigenen Lieblingsmomente, ungeklärten Fragen, Anmerkungen, oder auch Meinungen und Gedanken zu teilen. Nach einem Auftritt, bei den Künstlergesprächen, oder auch innerhalb der Gruppen unter sich, fördert Rampenlichter in unterschiedlichen Ebenen den Austausch der Kunst.

Rampenlichter 2019 – Lilith zu dem Stück UNDER PRESSURE

„Under pressure“ von „the wendnesdays, NinoschChoreography“ war für mich das erste Stück was ich im Rahmen von Rampenlichter sehen durfte, weshalb ich zu Beginn auch keine zu großen Erwartungen hatte.

Ich fand es aber spannend zu beobachten wie man so ein Thema tänzerisch umsetzt.

Tatsächlich drehte sich das Tanzstück rund um die Frage, wie junge Menschen Druck erleben und wie sie damit umgehen. Dieses Thema wird während des Auftritts fast durchgängig tänzerisch dargestellt. Nur zwischendurch gab es einen kleineren Sprechpart, der durch sein einmaliges Auftreten sowie durch häufiges Wiederholen des gleichen Satzes zumindest mir in Erinnerung geblieben ist.

Ein weiterer zu erwähnender Aspekt der mir aufgefallen ist, war die sehr gute Mimik der Tänzer. So waren alle Tanzszenen für mich nicht nur tänzerisch sondern auch schauspielerisch sehr schön anzuschauen.

Eine Szene die mir ebenfalls in Erinnerung geblieben ist, war auf jeden Fall die erste Choreografie bei der die gesamte Gruppe zu „under pressure“ von „Queen, David Bowie“ getanzt hat.

Insgesamt hat mir die Inszenierung sehr gut gefallen, und ich fand „under pressure“ einen sehr schönen Auftakt für die zweite Festivalwoche!

Lilith

Rampenlichter 2019 – Daniele als Teilnehmer eines Workshops

Heute habe ich an einem Workshop aus dem Paket Monster teilgenommen.

Die Gruppe bestand aus einer Klasse und mir.

Geleitet wurde wie immer von top Personal.

Anfangs kam ich mir wie ein Apfel unter zehn Zitronen vor, aber es dauerte nicht lange bis man Gruppen gebildet hat und sich so für kurze Zeit näher kennenlernen konnte.

Wir haben einen Kreis gebildet und durch eine Bewegung einen Kraft Impuls weitergegeben.

Dann durften wir uns einen Gegenstand, ein Bild oder eine Musik aussuchen um unserer Geschichte ein Thema zu geben. Daraufhin bildeten wir Dreier Gruppen und erzählten uns die jeweiligen Geschichten.

Einer der Gruppe durfte sie dann wiedergeben und seine Geschichte erzählen. Daraufhin wurde eine Geschichte ausgesucht die man dann zu dritt spielen durfte.

Als es dann zur Aufführung kam wurde einer als Erzähler ausgewählt und wie viele Personen noch gebraucht wurden, wurden ergänzt.

Am Ende des Workshop gab es eine Feedbackrunde wo man sagen konnte was einem gut gefallen hat.

Mir gefiel es dass unserer Fantasie als Teilnehmer keine Grenzen gesetzt wurden.

Daniele

Rampenlichter 2019 – Sophies Gedanken zur Vielfalt der Stücke

„Wir nehmen wahr was ist.“ Lautet der erste Satz des Rampenlichter Programmheftes 2019. Und auch wenn wir bei jeder Vorstellung etwas wahrnehmen, ist es an keinem Abend das Gleiche.

Gefühle, Bewegungen, Inspirationen, Meinungen, Weltansichten.

Begriffe, die in uns etwas auslösen und für uns während einer Vorstellung essentiell sind. Sowie unsere Seele, auch wenn wir still im Publikum sitzen, bewegen.

Wenn ich zum Zuschauer werde und die Bühnensituation betrachte, lass ich mich in dieser Zeit automatisch von den Künstlern treiben und auch wenn ich mir bis jetzt jede Aufführung angeschaut habe, kommt für mich nie ein Gefühl von Eintönigkeit auf.

Beispielsweise standen vor einigen Tagen, Tänzerinnen mit verbundenen Augen auf der Bühne. Verzicht auf einen Sinn. Sie versuchten sich tänzerisch „blind“, auf der Bühne zu finden und obwohl sie sich nicht sehen konnten, schafften sie es, sich in der Mitte der Bühne zu treffen. Diese Szene war für mich sehr bewegend, denn genau in diesem Berührungsmoment fühlte und spürte man ihre Erleichterung.

Eine andere Gruppe beschreibt in ihrer ersten Szene, die „Morgenroutine“ jedes einzelnen. Aber nicht als normale Geschichte sondern mit knallharten Statements, Wiederholungen und Übertreibungen, sodass man sich selbst hinterfrägt ob das alles so „richtig“ ist. Eine andere Produktion hat so wundervolle und schöne Momente in denen man sich verlieren kann und vielleicht auch einmal nicht denken muss.

Genau weil Musik, Bühnenbilder, Themen, sowie Outfits so unterschiedlich inszeniert werden, vergisst man als Zuschauer glatt, dass man die Vorstellung immer in dem gleichen Bühnenraum betrachtet. Jedes Mal wird etwas anderes in Szene gesetzt, sodass sich der Fokus immer wieder auf etwas anderes konzentriert.

Mich begeistert es, dass die auftretenden Künstler es schaffen, das Publikum jeden Abend in verschiedene Bereiche der Wahrnehmung zu ziehen, die Zuschauer begeistern und somit zum diskutieren anregen.

Sophie

Rampenlichter 2019 – Danieles Gedanken zu dem Stück MONSTER

Hallo liebe Tanz und Theater Freunde,

„Bin ich gut genug so wie ich bin? Oder sehe ich in meinem Leben nur die Sachen die mich nerven?“

Genau dies fragten sich die Künstler*innen aus dem „Theater Pforzheim, Spielclub Pforzelona“ in ihrem Stück „Monster“.

Die jungen Menschen kommen auf die Bühne, sprechen synchron einige Sätze auf und übertreiben ihre Aussagen sehr extrem.

Sie berührten aber genau so das Publikum.

Etwas hart und ziemlich sozialkritisch bewegte sich das Stück nah an der Peinlichkeitsgrenze. Faktisch, aber nicht politisch.

Auch wenn man einige Fehler an sich sieht ist es wichtig, sich so anzunehmen wie man ist, denn jeder Mensch ist einzigartig und wunderbar.

In ihrem Stück ging es neben Frust und Lust am Leben auch um Komik.

Schlussendlich bleibt zu sagen, es war eine sehr gute Darstellung von Problemen die unseren heutigen Alltag teils auf den Kopf stellen.

Daniele

Rampenlichter 2019 – Sophie zu den „Young Days“

Tanz ist nicht gleich Tanz und Theater ist nicht gleich Theater.

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, in wie viele unterschiedliche Bereiche sich das Ganze aufgliedern kann?

Ja klar: „Es hat alles mit Kunst zu tun“, sagen sie alle!

Aber eigentlich haben Tanz und Theater nicht nur mit Kunst zu tun, sondern sie sind Kunst!

Ob du jetzt Butoh oder Ballett tanzt, ob Improtheater oder gemeinsam ein Objekt zum Leben erweckt wird, jeder dieser Schaffensprozesse bringt etwas komplett Neues in deinem eigenen Ich hervor.

Das Programm „Young Days“ bei Rampenlichter ist dafür da, allen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam etwas Neues und Einzigartiges auszuprobieren.

So kann jeder in verschiedenste Bereiche eintauchen, eine Leidenschaft die bereits existiert weiter ausbauen oder so eine vielleicht noch unbekannte finden. In diesen Workshops entstehen neue Erfahrungen, neue Richtungen, neue Inspirationen und in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit, von zwei Stunden, schafft es jedes Individuum sich gemeinsam neu und frei zu entfalten.

Es ist nicht nur Arbeit sondern Spaß, Freude und Vergnügen. Ich kann Dir vergewissern, dass du einen Tag mal anders erleben wirst und dich vielleicht einer neuen Kunstrichtung näher fühlen kannst.

Ich habe in schon vielen Workshops bemerkt, dass es unglaublich wertvoll ist eine so tolle Erfahrung wahrnehmen zu dürfen. Ich bin der Meinung, dass es für jeden eine Bereicherung ist. Egal ob Vorkenntnisse oder nicht. Denn jede Bewegung, jede Situation, jedes ausgesprochene Wort ist eine Bereicherung für die Gruppe aber noch mehr für einen selbst.

Sophie

Rampenlichter 2019 – Blogger Daniele zum Thema Inklusion

Da ich vor zwei Jahren zum ersten Mal bei Rampenlichter war und mit meinem damaligen Projekt „münchen für alle“ einen Inklusions Check gemacht habe, kam ich im vergangenem Jahr mit Alexander Wenzlik (Festivalleitung) ins Gespräch um in einer Inklusions-Gruppe mitzumachen.

Daher wurde ich auf dieses Festival aufmerksam und werde es nun verfolgen um meine Eindrücke mit euch teilen zu können.

Während des Festivals bin ich in die verschiedensten Aufführungen gegangen und habe sie auf Inklusivität geprüft. Die meisten Stücke abends hatten zum Beispiel viele Strobolichter.

Dies fiel mir auf weil ich einige Freunde habe, die an Epilepsie leiden.

Zum Beispiel sind flackernde Lichter für Epileptiker nicht gut. Die Wahrscheinlichkeit eines epileptischen Anfalls kann dadurch rapide steigen. Zudem kann jede Person auch aus dem Nichts einen epileptischen Anfall bekommen und einige Autisten reagieren auf verschiedene Lichter aggressiv. Wenn man bei diesen Aufführungen das ausschildern könnte, würde es weniger Probleme mit sich bringen.

Nach den verschiedenen Aufführungen habe ich mit den einzelnen Gruppen geredet. Was mir dadurch aufgefallen ist, ist dass die Gruppen an das Thema Inklusion denken, es aber schwierig finden, alles zu berücksichtigen. Und einige meinten, dass sie nicht an das Thema Inklusion denken weil sie in ihrer Gruppe damit nicht in Verbindung kommen.

Ich hoffe dass durch diesen Beitrag mehrere Menschen zum Nachdenken angeregt werden und dass sie vielleicht mit einem anderen Blickwinkel die Aufführungen betrachten.

Denn schlussendlich sind wir alle Menschen auch wenn wir kleine Macken haben.

Daniele